
Erkelenz. Das traditionelle Holzweiler Advents- und Weihnachtskonzert wurde in diesem Jahr in Kückhoven gegeben.
Die Kirchenheizung ist defekt. Jubelnde und jubilierende Zuhörer fanden die Sänger aber auch dort.
Von Willi Spichartz
Gut 250 Sitzplätze zählt die St.-Servatius-Kirche in Kückhoven - am späten Sonntagnachmittag waren sie alle besetzt mit dankbaren Zuhörern, die 23 Mal kräftig applaudierten. Und zwar nach unter
anderem "Macht hoch die Tür", "Rorate coeli", "Weihnachten bin ich zuhaus" und abschließend" O du fröhliche". Advents- und Weihnachtskonzert waren die Darbietungen von vier Klangkörpern und einer
Gesangs-Solistin überschrieben, unterschrieben vom Männergesangverein "Liedertafel" Holzweiler als Veranstalter.
Unterkunft erhielten die Holzweiler Musiker in Kückhoven, weil im eigenen Cosmas-und-Damian-Gotteshaus die "Heizung kapott" ist, wie "Liedertafel"-Vorsitzender Peter Meisen in seiner Begrüßung
vermittelte, in der er Bürgermeister Peter Jansen und Pater Paul herausstellte. Neben dem Veranstalter waren dessen Einladung der Kirchenchor Holzweiler, der Frauenchor "Grenzland" aus Wickrath,
der Gospelchor "Gospel-Voices" aus Holzweiler und die junge Sopranistin Sabrina Lehmann gefolgt, alle mit Notenblättern populärer aber auch weniger bekannter Weihnachtsmusik ausgestattet. Und
diese Vielfalt, "Musik, die in den Herzen ankommt", ist es, die nach Pater Paul die Qualität des Angebots am dritten Adventssonntag in Kückhoven/Holzweiler ausmachte.
Weihnachtsstimmung gab es dann gleich zum Start in der dauerhaft barock und temporär weihnachtlich ausgestatteten Kirche mit dem Klassiker "Macht hoch die Tür", entstanden vor 400 Jahren in
Ostpreußen, gesungen am 11. Dezember 2016 in Kückhoven durch das 250-köpfige Auditorium, geleitet an der Orgel durch Alexandra Hillebrand.
Grundsätzlich mehrstimmig war anschließend das Programm des MGV "Liedertafel" Holzweiler unter dem Dirigat von Gerd Faßbender mit unter anderem "Wir glauben und hoffen", zu dem der musikalische
Leiter auch die Musik-Komposition beisteuerte.
Ein Programm von fünf Stücken bot der Kirchenchor "Cäcilia" Holzweiler unter der Leitung von Johannes Honecker in Deutsch und Englisch von getragen bis hymnisch, die acht Frauen und neun Männer
zeigten sich auch mehrstimmig sicher im Vortrag.
Ein echter Höhepunkt waren zwei Lieder der jungen Sopranistin Sabrina Lehmann, am Klavier assistiert von Stefan Hurtz, die einen erstaunlichen Stimmumfang und große Sicherheit in den Höhen
deutlich machten. Eindrücklich dann das ohnehin berührende "Weihnachten bin ich zuhaus" von E. Bertram und W. Twardy, in den kraftvollen Beifall mischten sich Jubelrufe. Die "Gospel-Voices"
überraschten mit einem Weihnachtslieder-Medley und eigentlich nur einem klassischen Gospel-Standard, bei dem sich der junge Saxophonist Philipp Roth als großes Talent erwies.
Differenziert und fein, volksliedhaft und berührend - der Frauenchor "Grenzland" aus dem benachbarten Wickrath unter Leitung von Gerd Faßbender und am Klavier begleitet von Alexandra Hillebrand
hielt mit einem klassischen Programm die Adventsstimmung auf hohem Niveau, bevor dann die "Liedertafel" und alle Chöre gemeinsam zum Schlussakkord "O du fröhliche" überleiteten, das wiederum vom
ganzen Gotteshaus interpretiert wurde. Besucher/Mitsänger verließen die, auch etwas kühle, Kückhovener Kirche sicher innerlich-musikalisch gewärmt.
(Rheinische Post 13.12.2016)

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